Smart Waste / Smart City

Ampeln, Wasser, Müll, CO2 - Effizienter Einsatz durch Vernetzung und Digitalisierung

Ampeln, Wasser, Müll, CO2 - Effizienter Einsatz durch Vernetzung und Digitalisierung

Studien besagen, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung bis 2030 in Städten leben werden, die Urbanisierung schreitet rasant voran: In Zahlen ausgedrückt wären das bis 2050 ca. 6,4 Milliarden Menschen, die in Städten leben. Heute sind es 3,9 Milliarden, 1950 waren es lediglich 746 Millionen.

Um dieser Vorhersage gerecht zu werden, versuchen sich derzeit viele Schweizer Städte in «Smart City»-Pilotprojekten. «Smart City» ist nichts anderes als ein Sammelbecken für moderne Entwicklungskonzepte, die Grundlagen schaffen, um eine hohe Lebensqualität bei gleichzeitig geringem Ressourcenverbrauch zu bieten. Für diese Anforderungen verspricht das «Internet der Dinge» geradezu ungeahnte Möglichkeiten. Effiziente und energiesparende Beleuchtung und Ampelanlagen, Wasser- und Abwassermanagement, Reduzierung von CO2 und Autoabgasen – dies sind nur einige Beispiele für die zukünftigen Anforderungen an Grossstädte.

Eines dieser Entwicklungskonzepte, das ganz weit oben auf der Liste der Stadtplaner steht, ist das «Smart Waste»-Management. Was hierzulande noch etwas unrealistisch klingt, wurde in Barcelona bereits ab 2012 in die Wirklichkeit umgesetzt. Die Zukunft hat seit dieser Zeit in Barcelona begonnen; Barcelona macht seine Stadt intelligent und «smart» und hat die Organisation der Müllentsorgung und Schaffung effizienter Abwassersysteme als eine der zentralen Herausforderungen angesehen. Müllentsorgung ist in dieser Hinsicht eine kostspielige und komplizierte Angelegenheit. Die Mülltonnen in den Städten werden normalerweise wöchentlich bis vierzehntägig geleert, Restmülltonnen ein- bis zweimal pro Woche. Allerdings sind manche Tonnen dann schon überfüllt, andere sind fast noch leer. Ein System, das in diesem Zusammenhang beispielsweise in Barcelona im Einsatz ist, erfasst mittels Ultraschallsensoren im Inneren der Müllcontainer den Füllstand und funkt diesen dann über die Funknetze an die Cloud. Die Technologien sind unterschiedlich: Ging die Kommunikation am Anfang noch über das GSM- Mobilfunknetz, werden die Daten mittlerweile auch über LoRa gesendet. Man spart hierbei die Mobilfunkgebühren. Der Füllstand kann unabhängig von der Art des Mülls erfasst werden. Dabei werden die erfassten Daten in parametrierbaren Abständen an die Cloud geliefert. Wichtig ist zu erwähnen, dass die eingesetzten Batterien eine maximale Lebensdauer bis zu 10 Jahren haben und der Energieverbrauch der Sensoren äusserst gering ist. So ist es möglich, dass bei dem IT-gestützten Abfallmanagement die Müllautos nicht mehr die Standardrouten abfahren müssen, sondern eine optimierte Route verfolgen. Kostenersparnisse liegen da auf der Hand, von Abgas- und Lärmemissionen über Entsorgungsgebühren bis hin zu den zurückgelegten Kilometern.