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Smart Building Provider – die Transformation der Gebäudeautomation

Smart Building Provider – die Transformation der Gebäudeautomation

Björn Erb

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Um die Transformation von der Gebäudeautomation hin zu einem Smart Building Provider zu vollziehen, gilt es, bei funktionalen Gebäuden wie Büroimmobilien, Einkaufszentren, Logistikimmobilien oder gar Grossbahnhöfen und Flughäfen einen Hauptfokus auf eine intelligente Vernetzung mittels des «Internet of Things» zu legen.

Internet of Things» hat sich zu einem beliebten Sammelbegriff jeglicher Art von Technologien entwickelt, die alle gemeinsam haben, dass sie nicht nur in der Lage sind, Daten untereinander, sondern auch mit jedem anderen System auszutauschen. Dies ermöglicht zum einen viel tiefere Einblicke in das System an sich und in die Analyse, wie gut oder schlecht etwas läuft, und zum anderen natürlich, was im Umfeld des Systems passiert. Informationsaufbereitung, Störanalysen, Alarmmanagement, Prozesse in Facilitys und die Verknüpfung von Management-Automationssystemen mit Sensorik werden einfacher als jemals zuvor. Ein automatisiertes Gebäude ist somit imstande, Nutzern und Betreibern ein optimales Umfeld bereitzustellen und sich ihren Bedürfnissen zu jeder Zeit völlig flexibel anzupassen. Gebäude werden jetzt wirklich SMART. Hinzu kommt noch die Komponente des «Lernen» von Prozessen in der Facility, gepaart mit den Verbesserungsvorschlägen der Maschine. Dies führt dazu, dass man heutzutage zum ersten Mal in der menschlichen Geschichte von einem intelligenten Gebäude sprechen kann.

Laut dem Marktforschungsinstitut IHS werden bis 2020 ca. 30 Milliarden vernetzte IoT-Geräte im Einsatz sein, die sich nahezu überall befinden können. Von Akustiksensoren zur Lautstärkemessung in Büroräumen über intelligente Parkplätze bis bin zu Vibrationssensoren an Pumpen oder Ventilatoren – jedes Gerät gewinnt an Wert durch eine IoT-Anbindung, und wenn auch nur durch optimierte Wartungsstrategien. Richtig interessant wird es bei Geräten mit geringer Grösse, die wenig Energie benötigen. Solche Geräte übertragen zwar nur kleine Informationshäppchen, aber in Kombination mit anderen Geräten und einer Anwendung bringen sie einen Mehrwert, indem sie Informationen sammeln und bereitstellen. Cloud-Services- und IoT-Plattformen wie ElioT verbinden die Informationen auf eine clevere Art und Weise und ermöglichen innovative, bis dahin unbekannte Dienstleistungen. Genau hierin liegt die Chance der Transformation und des neuen Angebotes. Es sind nicht mehr nur der Gebäude-Automatiker und der Facilitymanager gefragt, sondern ein neues Angebot ohne derartige Leistungsschnittstellen.

Genau hierin liegt die grosse Chance des Smart Building Providers, nämlich in der Bereitstellung von Diensten und Plattformen, die auf Informationen basieren, die man ohne IoT nur schwierig oder gar nicht zusammentragen könnte. In all der Datenflut gilt es, die richtigen Erkenntnisse zu ziehen, um die Prozesse effizienter zu machen und Fehlerquellen weitestgehend zu reduzieren. Erst wenn die gewonnenen Daten sauber verarbeitet werden, gelangen Smart Building Provider aufgrund der Datenerfahrung zu mehr Wissen. Es geht nicht nur darum, Maschinen mit Sensoren zu versehen, sondern auch darum, die richtigen Daten im richtigen Kontext zu betrachten und Schlüsse zu ziehen, die sich positiv auf die Produktivität und Effizienz auswirken. Vorausschauende Analysen sind oftmals noch nicht wirklich in der Praxis angekommen, eben weil IoT ein komplexes Zusammenspiel aus Konnektivität und ausgeklügelten Algorithmen bedeutet. IoT-Plattformen wie ElioT dienen hierbei als zentrale Drehscheibe für die gewonnenen Daten. Diese Daten können in bereits vorhandene Leitsysteme oder in eigens entwickelte Dashboards zur übersichtlichen Visualisierung zurückfliessen. Gemeinsam mit Daten aus weiteren Quellen wie Wetterdiensten oder angebundenen ERP- und CAFM-Systemen entsteht so eine mächtige Basis für die effizientere Planung und die Optimierung des ganzen Gebäudes. Ein wichtiges Kriterium, dessen sich der Smart Building Provider gegenübersieht, ist der Datenschutz. Anders als ein Smart Home, das sich kaum mit rechtlichen Hürden konfrontiert sieht. Daher ist die Datenerhebung in Bürogebäuden beispielsweise rechtfertigungsbedürftig. Besonders aus datenschutzrechtlicher Sicht werfen Smart Buildings viele Fragen auf: Welche Daten werden gespeichert? Wer speichert sie oder wo werden sie gespeichert? Wer ist verantwortlich für Speicherung und Löschung? Nichtsdestotrotz arbeiten führende Hersteller wie CISCO, Honeywell, IBM und Johnson Control sorgfältig daran, ihre Systeme mittels IoT-Hard- und -Software so weit zu automatisieren, dass Gebäude in der Lage sind, besser und effizienter auf äussere Einflüsse oder Energieziele reagieren zu können.

Der Smart Building Provider hat auch die Möglichkeit, Besitzern und Betreibern ein ganz anderes Modell für die Verfügbarkeit von Technologie anzubieten. Er erwirbt diese in Zukunft nicht mehr mit einer grossen Erstinvestition, sondern nutzt bestehende Plattformen und bezahlt monatliche Gebühren. Das Geschäftsmodell verändert sich somit von CAPEX zu OPEX, darüber können sich die CFOs ganz neu ausrichten.

Die Akzeptanz der neuen Geschäftsidee liegt natürlich beim End-User. Der Smart Facility Provider ist damit konfrontiert, dem Endkunden nicht mehr nur ein rein technologisches Informations-Interface anzubieten. Seine Kunden sind nun sämtliche Gebäudenutzer, die ein mobiles Userinterface benötigen, welches personifiziert und serviceorientiert arbeitet. Das stellt neue Anforderungen an die Technologie. Aus einer Hand voll Facilitymanager werden plötzlich Hunderte von Anwendern, die Zugang zur Plattform erhalten und das Facilitymanagement bedarfsgerecht nutzen.

Mit dieser Betrachtung wird klar, dass der Transfer vom Gebäudeautomations-Integrator über das Facilitymanagement hin zum SMART Building Provider entscheidend ist, um das Ziel eines «intelligenten Gebäudes» zu erreichen.