Smart Home/Metering/City

Smart, Smarter, Smartest

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Egal welche Floskel uns in Bezug auf IoT derzeit an den Kopf geworfen wird, keine scheut sich vor grosser Aufmachung. Alles wird «smarter» ist nur eine von vielen, doch was verbessert sich für uns wirklich? Ein sehr treffendes und verständliches Beispiel fällt sofort mit «Smart Metering» ins Auge oder um das mit Begrifflichkeiten auszudrücken, die wir alle kennen: «Intelligente Stromzähler».

Kritiker mögen einwenden, warum benötigen wir intelligente Stromzähler, es reicht doch, den Stromverbrauch zu zählen. Stillstand oder Stagnation ist jedoch, egal in welchem Bereich, der Zusammenbruch oder Tod und gerade was den Energiebereich betrifft, kann so viel mehr geleistet werden. Die alten Stromzähler liefern nur einen einzigen Wert: den Gesamtverbrauch seit der Installation; der Zählerstand muss jährlich vom Ablesedienst notiert werden. Nachvollziehbar sind weder einzelne Tagesspitzen, d.h. wann wurde besonders viel Strom verbraucht noch Jahreszeitenverläufe oder die entsprechenden Stromverbräuche. Strom sparen erfolgt so meist nur nach Gefühl und ohne Vergleichswerte. «Smart Metering» ändert dies. Smart Meter sind elektronische Zähler, die zur Messung von Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserverbrauch eingesetzt werden. Über eine Kommunikationsschnittstelle können diese elektronischen Zähler Informationen über den Energieverbrauch zeitnah übermitteln. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass er seinen Stromverbrauch und die Kosten über Webportale und Smartphone- Apps jederzeit einsehen kann. Darüber hinaus kann der Versorger flexible Spartarife über Smart Meter anbieten, die uns zeigen, wann der Strom besonders günstig ist. Im besten Fall führt die Transparenz des eigenen Stromverbrauchs nicht nur zu mehr ökologischem Bewusstsein, sondern regt zu einem sparsamen Energieverbrauch an.

Smart Meter allein helfen kaum, Energie zu sparen. Ihr volles Potenzial entfalten die intelligenten Zähler erst, wenn mittels Webportalen und Smartphone-Apps der Verbrauch genauer analysiert wird. Dann können laut Studien 10 bis 15 Prozent Energie eingespart werden. Das ist gut für den Klimaschutz und für die Haushaltskasse: Eine vierköpfige Familie kann so jährlich Energiekosten von Euro 100 bis 150 sparen. Das konkrete Sparpotenzial hängt dabei vom bisherigen Nutzungsverhalten des Einzelnen ab.
 

Als einer der ersten grossen Energieversorger der Schweiz, entschied sich die EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) für einen flächendeckenden Einsatz von Smart Metern. In den nächsten zwei Jahren installieren sie rund 50.000 Smart Meter im Austausch mit älteren Zählern oder in Neubauten. Wer bislang nicht von dem Austausch profitieren kann oder sich vorab schon mit der neuen Technologie beschäftigen möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten dies zu tun. Der Markt für einfache, aber effiziente Smart-Metering-Lösungen ist mittlerweile sehr vielfältig. Ein Produkt, das derzeit für Aufmerksamkeit in der Presse sorgt, ist der intelligente Zähler von Smappee - ein kleines Gerät, das an den Hauptverteilerkasten angeschlossen wird und zentral den Gesamtenergieverbrauch misst. Jetzt lässt der Gesamtverbrauch natürlich nur schwer Rückschlüsse auf Energieverbräuche einzelner Geräte zu… oder? Smappee bietet hier einen echten Mehrwert und „hört“ sich gewissermassen den Strom im Haus an und merkt, wann Geräte ein- und ausgeschaltet werden. Da schliesslich mehrere Geräte beteiligt sind, ist das äusserst beeindruckend.

Nachdem Smappee ein Gerät erkannt hat, kann der exakte Verbrauch gemessen werden. Nach etwa einem Monat hat der Energie-Monitor ausreichend Daten gesammelt, um eine detaillierte Stromrechnung zu erstellen. Somit hat man von jedem im Haushalt vernetzten Gerät eine Übersicht über den monatlichen Verbrauch. Darüber hinaus wird eine Schätzung erstellt, wie viel das einzelne Gerät im Haushalt an Kosten verursacht.. So ist es relativ einfach, Stromfresser ausfindig zu machen und zu erfahren, welche Haushaltsgeräte nicht (mehr) effizient funktionieren. Eine ansprechende und benutzerfreundliche grafische Oberfläche vermittelt dem Verbraucher alle relevanten Stromdaten. Einsparpotenzial kann erkannt werden.

Im Zusammenhang mit diesen innovativen Energie-Technologien wird immer wieder auch die Datenschutzfrage diskutiert. Sicherlich birgt das Ganze auch Gefahren. Die im Smart Meter erfassten und temporär gespeicherten Daten wie Zählerstand, Leistung, Netzspannung oder Zähler-Sabotageinformationen sind für sich alleine kaum schützenswert. Allerdings werden Smart Meter nicht mehr wie bisher jährlich oder quartalsweise durch eine Person abgelesen, sondern automatisch und aus betrieblichen Gründen in der Regel täglich. Deshalb wird oft die Befürchtung geäussert, dass der Verteilnetzbetreiber Rückschlüsse auf das Kundenverhalten ziehen könnte, zum Beispiel wann ein Kunde an- bzw. abwesend ist.

Weiterhin erschreckend war das Ergebnis einer Studie der Fachhochschule Münster, bei der die Forscher sogar in der Lage waren festzustellen, welcher Film gerade im Fernsehen lief, welche Geräte in Betrieb waren und welche nicht. Vergleicht man die Daten, die der Smart Meter sendet, mit bekannten Verbrauchskurven, ist eine Identifizierung kein Problem mehr (Kühlschrank, Mikrowelle und Co. haben spezifische Stromverbrauchsprofile). Ein besonderes Problem eröffnet sich dann, wenn diese Informationen unbefugten Dritten zugänglich gemacht werden.

 

Wer gerne mehr darüber erfahren möchte, dem sind die Seiten des «Bundesamtes für Energie» nahegelegt. Dort gibt es ein Grundlagenbericht zum Thema: «Grundlagen der Ausgestaltung einer Einführung intelligenter Messsysteme beim Endverbraucher in der Schweiz – Technische Mindestanforderungen und Einführungsmodalitäten».